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Wie alles begann

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Das theaterbegeisterte Lehrerehepaar Guido und Heike Mattiat gründete 1970 / 71 mit einigen Schülern aus der Realschule in Seesen eine Theater–AG. Die Stücke „Der Heiratsantrag„ und „Der Bär„ von Anton Tschechow wurden zunächst in einer schulinternen Aufführung und schließlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Alle waren stolz, denn der Erfolg war überwältigend.

Die ortsansässige Tageszeitung „Der Beobachter„ schrieb damals:

Die Aufführungen schlugen wie eine Bombe ein.

Dieser große Erfolg unterstrich deutlich, mit der Theater–AG auf dem richtigen Weg zu sein.

Doch Guido und Heike Mattiat wollten mehr. Theater und das Drumherum reizten sie auch in der Freizeit. Die Idee einer Laienspielgruppe war geboren. Ohne Geld und Ausstattung, aber mit viel Ehrgeiz suchten sie nach Möglichkeiten das Vorhaben umzusetzen. Die Stadt Seesen erwies sich als große Hilfe. Mit Unterstützung des Stadtdirektors Hans Torno war es möglich, die Aula im Schulzentrum für Proben und weitere Aufführungen zu nutzen. Es konnte ein Kursus „Laienspiel„ in der Kreisvolkshochschule angeboten werden. Eine Reihe Seesener Bürger und ehemalige Schüler aus der Theater – AG meldeten sich an um Theater zu spielen. Weil hier überwiegend junge Leute teilnahmen, hieß die Gruppe fortan „junge bühne seesen„. Das war 1972. Ein Jahr später wurde das Stück „Die deutschen Kleinstädter„ von August von Kotzebue als Ergebnis des Kurses der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch dieser Erfolg war groß.

Die KVHS wollte diesen Kursus aus uns unbekannten Gründen nicht mehr fortführen. Das Geldproblem stand wieder im Vordergrund, aber wir machten einfach weiter. Die Problembewältigung, organisatorische Unwissenheit und viele andere Dinge brachten eine Vorbereitungszeit für ein Stück von ca. 2 Jahren mit sich.

1975 veranstaltete der Historienfestverein zum ersten Mal das Sehusafest. Die Initiatorin Frau Elisabeth Paetz-Kalich bat die jbs „Die Sage vom Silberhohl„ zum Auftakt dieses Festes aufzuführen. Das hat die „junge bühne seesen„ auch gerne getan und bis 1984 jährlich mit Erfolg fortgeführt.

1980 verließen die „Eltern der jungen bühne„ - das Ehepaar Mattiat Seesen und die Zukunft der Laienspielgruppe sah zunächst düster aus. Da übernahm Uwe Klöppner – ein Mann der ersten Stunde, auch schon bei der Theater–AG dabei – die Leitung der Theatergruppe. Alle hielten fest zusammen um die Krise zu meistern. Nun ging es Schlag auf Schlag. Jedes Jahr wurde ein Stück aufgeführt. Wir waren in der Lage kleine finanzielle Rücklagen zu schaffen und Requisiten, Bühnenbilder und Kostüme nach unseren bescheidenen Vorstellungen selber zu gestalten. Bei der Gründung 1972 konnten wir 13 Mitglieder zählen, doch die Zahl nahm stetig zu. 1984 waren es schon 20.

Am 2. Oktober 1986 wurde aus dem Theaterhaufen ein eingetragener Verein. Ab jetzt hieß das Amateurtheater „ junge bühne seesen e.V. „.

Ein denkwürdiges Jahr wird der jbs das Jahr 1987 bleiben. In Anbetracht dessen, daß die Kinderschar in den eigenen Reihen schon die Anzahl der Mitglieder überschritt, dachten wir auch daran , es einmal mit einem Kinderstück um die Weihnachtszeit zu versuchen. „Der Zauberer von Ooz„ hatte eine wahre Anfragenflut nach Karten ausgelöst. Seither wird jedes Jahr ein Kinderstück und ein Stück für Erwachsene präsentiert. Zwischenzeitlich ist die Nachfrage nach Karten für das Weihnachtsmärchen ( umliegende Kindergärten und Grundschulen ) so gestiegen, das 4 Aufführungen nötig sind, um dem Bedarf gerecht zu werden. Da die Aula im Schulzentrum 500 Plätze hat, haben ca. 2000 vorwiegend junge Zuschauer einen erlebnisreichen Theaternachmittag.

Zwischenzeitlich hat sich die Mitliederzahl auf 40 erhöht. Welch ein Glück, daß nicht alle auf der Bühne stehen wollen. Es haben sich Teams für unterschiedliche Aufgabenbereiche gebildet. Ein Team baut Bühnenbilder, die sich mit Bühnen professioneller Machart messen können. Ein Anderes näht Kostüme, die sich durch unglaubliche Kreativität auszeichnen ( z.B. bei Phantasiefiguren aus Märchen ). Die Maske ist in zwischen in der Lage ein Person bis zur Unkenntlichkeit zu schminken, so daß man hier von Maske sprechen kann. Lieder werden komponiert und getextet. Bis die Arrangements fertig sind ist das eine unglaubliche Arbeit. Auch können wir uns auf bereitwillige Mithilfe ortsansässiger Firmen und Geschäftsleute verlassen. So hilft uns ein Möbelhaus bei benötigten Einrichtungsgegenständen, eine Friseurmeisterin beim Vervollständigen der Maske mit ihren Kenntnissen und Perücken, ein Blumenladen für Verschönerung der Bühnenbilder u.s.w. Alle nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Welche unverhoffte Kreativität in einer solchen Gruppe steckt zeigt folgendes Beispiel. Ein Mitglied hat mit der jbs ein selbstverfaßtes Kinderstück aus der Insektenwelt umsetzen können. „Krabbel B7„ war ein Stück, was hervorragend inszeniert und von den Kindern begeistert aufgenommen wurde.

Falls Interesse hieran besteht kontaktieren sie uns ( siehe e-mail Adresse ).

Auch andere Arten von Unterhaltung, wie „Seesen wie es singt und lacht„ hat die jbs veranstaltet. Zu ihrem 10-jährigen Jubiläum wirkten verschiedene Vereine und Gruppen neben der jbs an dieser abwechslungsreichen Veranstaltung mit. Bis 1998, anläßlich des 25-jährigen Jubiläums, wurde dieser Abend im 3-jährigen Rhythmus präsentiert.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird nicht nur bei den Vorbereitungen zu den Stücken deutlich. Außerhalb der Probenarbeit gibt es zahlreiche Gelegenheiten. So werden Spieleabende oder Grillnachmittage bis hin zu Tages – oder Wochenendfahrten unternommen ( natürlich mit Partnern ( auch Nichtmitgliedern ) und Kindern ) um sich näher zu kommen. Einige kamen sich so nah und sind heute verheiratet.

So kann mit Fug und Recht behauptet werden:

Die „ junge bühne seesen " ist eine große Familie

Im Jahr 2000 wurde das Logo der "jb" Zeitgemäßer und sieht seitdem so aus:

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Junge Bühne Seesen, Foto: Antonio Mateo

Junge Bühne Seesen, Foto: Antonio Mateo

Junge Bühne Seesen, Foto: Antonio Mateo

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Junge Bühne Seesen